Die Definition
Unter Impact Investing – auf Deutsch: wirkungsorientiertes Investieren – versteht man Investitionen in Unternehmen, Organisationen und Fonds mit der gezielten Absicht, neben einer positiven finanziellen Rendite messbare, positive Auswirkungen auf die Umwelt oder die Gesellschaft zu erzielen. Die soziale bzw. ökologische Wirkung ist Teil der Investmentstrategie und wird gemessen.
Zwei Dinge sind an dieser Definition entscheidend. Erstens die Absicht: Die Wirkung ist kein Nebeneffekt, sondern ein erklärtes Ziel des Investments. Zweitens die Messung: Wer Wirkung verspricht, muss sie belegen können – etwa über eingesparte CO₂-Emissionen, geschaffene Arbeitsplätze oder den nachweisbaren Beitrag zu einem der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele.
Impact ist mehr als ESG
Viele nachhaltige Anlageprodukte arbeiten mit Ausschlusskriterien: keine Kohle, keine Waffen, kein Tabak. Das ist sinnvoll, aber es ist erst der Anfang. ESG-Ansätze prüfen zusätzlich, wie ein Unternehmen mit Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken umgeht. Impact Investing geht den letzten Schritt: Es fragt nicht nur, was ein Unternehmen vermeidet, sondern was es positiv bewirkt – und verlangt dafür Belege.
In der Praxis arbeiten professionelle Impact-Investoren deshalb mit mehrstufigen Prüfprozessen: einer Negativselektion (Ausschluss schädlicher Sektoren), einer Positivselektion (nachweisbarer Beitrag zu mindestens einem SDG) und einer laufenden Wirkungsberichterstattung. Ein Beispiel für einen solchen Prozess ist im Wissensbereich beschrieben.
Vom magischen Dreieck zum Viereck
Die klassische Anlagelehre kennt das magische Dreieck: Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit stehen in einem Spannungsverhältnis – wer bei einem Ziel mehr will, muss bei einem anderen Abstriche machen. Impact Investing erweitert dieses Dreieck um eine vierte Ecke: die Nachhaltigkeit. Anleger entscheiden damit nicht mehr nur, wie ihr Geld arbeitet, sondern auch, wofür.
Dass dieses vierte Ziel kein Renditeverzicht sein muss, zeigt der Blick auf den Markt: Das ausgewiesene Impact-Anlagevolumen in Deutschland stieg von rund 17,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf rund 38,9 Milliarden Euro im Jahr 2022 – eine Verdopplung in zwei Jahren.
Worauf Einsteiger achten sollten
Drei einfache Prüffragen helfen, echtes Impact Investing von grünem Marketing zu unterscheiden:
- Absicht: Ist die Wirkung ein erklärtes Ziel der Anlagestrategie – oder nur ein Werbeargument?
- Messung: Wird die Wirkung mit nachvollziehbaren Kennzahlen belegt, etwa entlang der 17 SDGs?
- Bericht: Gibt es eine regelmäßige, transparente Wirkungsberichterstattung?
Wer diese drei Fragen stellt, ist vor den meisten Etikettenschwindeln geschützt – und kann Nachhaltigkeit als das behandeln, was sie im Kern ist: ein zusätzliches, überprüfbares Qualitätsmerkmal der eigenen Geldanlage.