Michel van Amsterdam
Impact Investing
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SDGs · 7 Min. Lesezeit

Die 17 UN-Ziele: Kompass für nachhaltige Geldanlage

Kaum ein Rahmenwerk hat die nachhaltige Geldanlage so geprägt wie die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Was als politische Agenda begann, ist heute der praktische Prüfrahmen für Impact Investments weltweit.

Von der Agenda 2030 zum Anlagerahmen

2015 verabschiedeten die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 – und mit ihr 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Sie reichen von der Bekämpfung von Armut und Hunger über hochwertige Bildung, bezahlbare und saubere Energie bis zu Klimaschutz und starken Institutionen. Die vollständige Übersicht aller 17 Ziele findet sich im Wissensbereich.

Für die Geldanlage sind die SDGs aus einem einfachen Grund attraktiv: Sie bieten eine klare, international anerkannte Orientierung, um die positive gesellschaftliche und ökologische Wirkung eines Investments zu beurteilen. Statt eigener, schwer vergleichbarer Nachhaltigkeitsdefinitionen gibt es einen gemeinsamen Katalog, auf den sich Investoren, Unternehmen und Prüfer beziehen können.

Wie Investoren die SDGs praktisch nutzen

Professionelle Impact-Investoren setzen die SDGs als Positivselektion ein: Nur Unternehmen, deren Geschäftsmodell einen erkennbaren – oder zukünftig erkennbaren – Beitrag zu mindestens einem SDG leistet, kommen für ein Investment infrage. Der Nachweis erfolgt über Fragebögen zur Selbstevaluation, externe wissenschaftliche Begutachtung und die Auswertung vorhandener Nachhaltigkeitsberichte.

Wichtig ist dabei: Der SDG-Abgleich endet nicht mit der Investitionsentscheidung. Seriöse Investoren prüfen jährlich neu, ob und wie ihre Beteiligungen auf die Ziele einzahlen – und machen die Ergebnisse in Impact-Berichten transparent. So werden aus 17 politischen Zielen 17 überprüfbare Messlatten.

Was das für Privatanleger bedeutet

Auch ohne eigenes Prüfteam können Privatanleger die SDGs nutzen. Wer ein nachhaltiges Anlageprodukt betrachtet, kann fragen: Auf welche der 17 Ziele zahlt dieses Investment ein? Wie wird der Beitrag gemessen? Und wird darüber regelmäßig berichtet? Produkte, die auf diese Fragen keine konkrete Antwort geben, verdienen Skepsis.

Die SDGs sind damit mehr als ein politisches Dokument: Sie sind das gemeinsame Vokabular, in dem sich echte Wirkung von wohlklingenden Versprechen unterscheiden lässt – und für Anleger der verlässlichste Kompass, den die nachhaltige Geldanlage derzeit hat.

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